Briefkurs

Der Begriff Briefkurs kommt aus dem Wertpapierbereich und wird fälschlicherweise manchmal mit dem Geldkurs verwechselt. Der Briefkurs ist ein Begriff aus der Finanzbranche. Unter dem Briefkurs wird Folgendes verstanden: Es ist ein Kurs, zu dem ein Wertpapier oder eine Devise verkauft wird; es ist also der Angebotskurs. Und zwar von einem Marktteilnehmer, der dieses Papier auf dem Markt anbietet. Damit haben andere Marktteilnehmer die Möglichkeit, dieses Papier zu diesem Kurs zu kaufen. Im Gegensatz dazu versteht man unter dem Geldkurs den Kurs, zu dem ein anderer Markteilnehmer das Wertpapier kaufen möchte bzw. kaufen kann. In der Regel liegt der Briefkurs meistens über dem Geldkurs. Das heißt, dass das Papier im Einkauf meist teurer ist als beim nächsten Verkauf. Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten wird als Spread bezeichnet. Für die Insider bedeutet das Kürzel B in der Tageszeitung, dass zu dem genannten Briefkurs kein Umsatz stattgefunden hat.

Ein konkretes Beispiel kann sich ergeben, wenn jemand in den Urlaub in ein anderes Land fährt und zuvor bei der Bank Geld in die Währung des Urlaubslandes wechseln möchte. Die Bank ist in diesem Fall der Verkäufer. In dieser Rolle fordert sie vom Kunden den höheren Briefkurs. Der Kunde muss diesen Kurs akzeptieren. Nach dem Urlaub kommt der Kunde und möchte das restliche Geld wieder zurück wechseln. Jetzt ist die Bank der Käufer und bietet den Geldkurs an, der natürlich niedriger als der Briefkurs ist. Der Kunde hat in diesem Fall ganz klar einen Verlust gemacht.

Entscheidend ist also, in welcher Rolle sich die Marktteilnehmer befinden. Dementsprechend können sie Forderungen erheben.