Girokonto

Bei einem Girokonto handelt es sich rechtlich um ein sog. Kontokorrentkonto, das von Banken für ihre Kunden zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs zur Verfügung gestellt wird. Sie ermöglichen den Umgang mit Bargeld und dem bargeldlosen Zahlungsverkehr. Kontokorrentkonten eignen sich zur Abwicklung des täglichen Zahlungsverkehrs deshalb, da bei dieser Kontoform die Verpflichtung besteht, dass der Saldo täglich ermittelt werden muss. So werden alle Kontobewegungen zeitnah nachvollziehbar. Bargeldloser Zahlungsverkehr über Bankkonten wurde in Italien bereits im 12. Jahrhundert entwickelt. Diese Möglichkeit, Geldgeschäfte zu tätigen, blieb über Jahrhunderte Kaufleuten und Banken vorbehalten. Erst in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eröffneten auf Druck von Behörden und Arbeitgebern immer mehr Beamte, Angestellte und Arbeiter ein eigenes Lohnkonto.

Zwar gab im Jahr 1995 der zentrale Kreditausschuss die Empfehlung, dass Banken jedem Bürger auf Wunsch ein Girokonto zur Verfügung stellen soll, aber für deutsche Banken besteht nach wie vor keine Kontrahierungspflicht. Das bedeutet, dass Geldinstitute nicht verpflichtet sind, jedem Kunden die Eröffnung eines Girokontos zu ermöglichen.

Ein Girokonto kann jederzeit durch den Kunden ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Für die Geldinstitute besteht eine sechswöchige Kündigungsfrist und zwar nur dann, wenn die Erhaltung des Girokontos unzumutbar ist. Die Unterhaltung eines Girokontos ist für ein Geldinstitut dann unzumutbar, wenn das Girokonto längere Zeit überzogen ist, länger als ein Jahr keine Transaktionen erfolgen, oder wenn sich herausstellt, dass ein Kunde über dieses Konto betrügt oder bei Einrichtung oder Nutzung falsche Angaben gemacht hat. Banken sind rechtlich dazu verpflichtet, den Kunden durch den Ausdruck von Kontoauszügen über die Kontobewegungen zu informieren.